Die SparkToro-Analyse untersucht, wo Menschen 2025 tatsächlich online „suchen“ – also nicht nur bei Google, sondern auch auf E‑Commerce‑Seiten, Social-Plattformen, Content-Portalen und KI-Tools wie ChatGPT – und wie sich diese unterschiedlichen Suchorte im Desktop-Bereich zueinander verhalten. Ziel ist weniger ein exakter Marktanteilsvergleich klassischer Suchmaschinen, sondern ein breiter Blick darauf, wie fragmentiert das Suchverhalten inzwischen ist und welche Rolle Google, Amazon, Social und KI real spielen.^1
Hintergrund und Untersuchungsdesign
SparkToro arbeitet mit Desktop-Daten des Anbieters Datos (u. a. Semrush) aus dem Jahr 2025. Ausgehend von den 250 meistbesuchten Domains in den USA, der EU (27 Länder) und dem UK wurden 41 Websites ausgewählt, auf denen signifikante Suchaktivität stattfindet – etwa Google, Bing, Amazon, YouTube, Reddit, TikTok, Wikipedia, ChatGPT und weitere große Plattformen. Gezählt werden dabei keine bloßen Besuche, sondern tatsächliche Suchinteraktionen: klassische Suchanfragen, Produktsuchen, interne Website-Suchen oder Prompts in KI-Chatbots.^2
Die Studie fokussiert ausschließlich auf Desktop-Nutzung, wodurch mobile Websuche und App-basierte Suche (z. B. in der YouTube-App oder Amazon-App) nicht einfließen. SparkToro betont daher, dass die Ergebnisse ein ausschnittartiges, aber aufschlussreiches Bild liefern – vor allem darüber, wie breit sich Suche im Web verteilt.^1
Zentrale Ergebnisse: Dominanz und Fragmentierung
Über alle 41 Websites hinweg zeigt sich, dass klassische Suchmaschinen (allen voran Google) weiterhin den größten Teil der Desktop-Suchen abdecken, aber andere Plattformtypen deutlich aufgeholt haben. In den USA entfallen rund vier Fünftel der Desktop-Suchinteraktionen auf traditionelle Suchmaschinen, doch ein relevanter Rest verteilt sich auf E‑Commerce-Sites, Social-Plattformen und KI-Tools.^2
Schaut man nur auf einzelne Domains, bleibt Google klarer Spitzenreiter mit deutlich über zwei Dritteln aller gemessenen Suchvorgänge. Dahinter folgen Amazon, Bing, YouTube, ChatGPT und einige weitere große Websites mit jeweils einstelligen Prozentanteilen. Das verdeutlicht, dass Google zwar noch der primäre Einstiegspunkt für viele Informationsbedürfnisse ist, aber längst nicht mehr der einzige Ort, an dem relevante Suche stattfindet.^1
Unterschiede zwischen USA und Europa
Die Muster sind in Europa und den USA ähnlich, aber mit interessanten Nuancen. In der EU und im UK erreicht Google sogar einen etwas höheren Anteil an den Desktop-Suchinteraktionen als in den USA, bleibt also noch stärker gesetzt. Gleichzeitig holen Plattformen wie Amazon und insbesondere ChatGPT in Europa sichtbar auf und gewinnen relativ betrachtet schneller Anteile als in den USA.^2
Neben den globalen Schwergewichten spielen in Europa zusätzliche Player (z. B. regionale Suchdienste oder Marktplätze) eine gewisse Rolle, wobei ihre Anteile insgesamt kleiner bleiben. Die übergreifende Tendenz ist: Google dominiert weiterhin, aber ein wachsender Teil der Suche verschiebt sich zu E‑Commerce, Social und KI – und diese Verschiebung ist in beiden Regionen erkennbar, wenn auch mit leicht unterschiedlichen Schwerpunkten.^1
Rolle von E‑Commerce, Social und KI-Tools
SparkToro zeigt, dass E‑Commerce-Plattformen wie Amazon inzwischen ein beträchtliches Suchvolumen haben, weil Nutzer:innen direkt dort nach Produkten, Marken oder Lösungen suchen, statt den Umweg über Google zu gehen. Social-Plattformen wie YouTube, TikTok, Reddit oder Pinterest fungieren ebenfalls als Suchumgebungen, etwa für Anleitungen, Produktbewertungen, Inspiration oder Community-Wissen.^2
Neu hinzugekommen ist eine eigene Kategorie von KI-Tools, allen voran ChatGPT, aber auch andere generative Systeme, die zunehmend als Suchersatz oder -ergänzung genutzt werden. Deren Anteil ist im Gesamtbild zwar noch deutlich kleiner als bei Google, wächst aber spürbar und zeigt, dass sich ein Teil der Informationssuche von klassischen Ergebnislisten hin zu konversationellen Antworten verlagert.^1
Interpretation: Was die Studie aussagt – und was nicht
SparkToro und Rand Fishkin weisen darauf hin, dass die Analyse kein „klassisches“ Marktanteilsranking von Suchmaschinen darstellen soll, sondern die Vielfalt der Suchorte sichtbar machen möchte. Die Studie legt nahe, dass Marketing- und SEO-Strategien zu kurz greifen, wenn sie nur auf Google-Resultate optimiert werden, weil Nutzer:innen ihre Suche nach Informationen, Produkten und Inspiration auf viele verschiedene Plattformen verteilen.^2
Gleichzeitig hat die Methodik klare Grenzen:
- Nur Desktop-Daten, keine mobile oder App-Suche.^1
- Sehr unterschiedliche Sucharten werden gleich gewichtet (z. B. Produktfilter im Shop vs. allgemeine Websuche vs. KI-Prompt).^1
- Die Auswahl von 41 großen Websites bildet zwar einen relevanten, aber nicht vollständigen Ausschnitt des Webs ab.^1
Daher versteht SparkToro die Zahlen eher als grobe Orientierung und Impuls: Suche „passiert überall“ – Google bleibt wichtig, aber wer Sichtbarkeit, Traffic und Marke aufbauen will, sollte auch andere zentrale Suchorte wie Amazon, YouTube, Social-Plattformen und KI-Tools strategisch mitdenken.^2
[2]: https://onlinemarketing.de/seo/wie-die-suche-wirklich-funktioniert-warum-google-chatgpt




